Hier ein Interview vom September 2003
Denn wo Mittag drauf steht ....
Frauenfußball rückte in den letzten Jahren im Land Brandenburg immer mehr in den Blickpunkt. Dass liegt zum einen am Niedergang des brandenburgischen Männerfußballs, zum anderen aber an der attraktiven, offensiven und erfolgreichen
Spielweise der Frauen. Schließlich wurde der 1. FFC Turbine Potsdam in der letzten Saison nach einem wahren Fußballkrimi hinter Frankfurt deutscher Vizemeister. U19-Nationalstürmerin Anja Mittag schoss sich dabei in die Herzen der Fans.

WZ: Wie viele Tore hast Du in der letzten Bundesligasaison erzielt?
Anja Mittag: Nur 8. Ich will mich in diesem Jahr als Torjägerin auf alle Fälle steigern.

Warum ausgerechnet Fußball?
Mein großer Bruder hat mich immer mit auf den Sportplatz geschleppt. Da habe ich auch gelernt, die Ellbogen einzusetzen. Durchsetzungsvermögen nutzt mir noch heute.

Du spielst seit vergangenem Sommer bei Turbine ...
(lacht.) Ja, ja, ich habe sozusagen als Sächsin die Preußen im Sturm erobert. Aber ehrlich, sowohl sportlich als auch menschlich war der Schritt von Chemnitz bzw. Aue in die brandenburgische Landeshauptstadt unheimlich wertvoll.

Mit 18 schon die erste Million verdient?
Nee. Aufwand und Nutzen stehen im Frauenfußball in überhaupt keinem Verhältnis. Unser „Spanien“ sind die USA. Meine Mannschaftskollegin Conny Pohlers wagte ja den Schritt dorthin. In ein paar Jahren könnte ich mir durchaus vorstellen, dort zu spielen. Aber erst mache ich meine Lehre zur Sport- und Fitnesskauffrau fertig.

Ausbildung, Training, Spiel. Ganz schön stressig?
Stimmt. Aber ab und zu gehe ich mit Kathleen Radtke „auf die Piste“. Außerdem sind noch einige Tanzclubs in Berlin und Potsdam zu entdecken – jedoch in Maßen. (sie schmunzelt.) Aber nichts den Trainern verraten.

Die würden Dir die Rote Karte zeigen.
Bernd Schröder und Dirk Heinrichs sind da ganz locker. Apropos Rote Karte. Gegen Bayern München bin ich schon mal vom Platz geflogen ...

Völlig zu Unrecht?
Nein. Zuerst ein blödes Foul und dann noch gemeckert.

Wie oft wirst Du noch auf das Frankfurtspiel angesprochen?
Eigentlich sehr selten. Hin und wieder aber auf mein Tattoo.

Was bedeutet es?
Das ist ein chinesisches Schriftzeichen und heißt Mittag. Wo Mittag drauf steht, ist halt Mittag drin.

Deine Soli auf dem Platz sind berühmt – und privat?
Das bleibt mein kleines Geheimnis.


Quelle: Lausitzer-Wasser Zeitung, Cottbus Nr.3/September 3002

Interview auf der Turbine HP

Einzel Interview mit Anja!!

 
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